Vibrationdosierer

Gravimetrische Vibrationsdosierer DVC

Gravimetrische Vibrationsdosierer im Loss-in-Weight-Betrieb (LIW) sind eine ideale Lösung für die präzise Dosierung von bruchempfindlichen, abrasiven und granularen Materialien. Im Gegensatz zu Schneckendosierern wird das Material mittels eines elektromagnetischen Antriebs gefördert – ganz ohne rotierende mechanische Teile. Dadurch werden empfindliche Produkte wie Flocken, Fasern und Pellets beim Dosierprozess nicht beschädigt.

Die DVC-Familie umfasst zwei Modelle (DVC45 und DVC60) und deckt einen Dosierleistungsbereich von 0,1 bis 1.000 kg/h ab. Darüber hinaus gewährleistet das Wägesystem mit DMS-Wägezelle der Klasse C3 eine kontinuierliche Dosiergenauigkeit von besser als ±0,5 % des Sollwerts. Im Batch-Betrieb hängt die Genauigkeit vom Wägezellenbereich und der Chargengröße ab – typisch ±0,1–0,5 % bei Chargen über 1 kg. Ein besonderes Merkmal der DVC-Vibrationsdosierer ist ihr Regelbereich von bis zu 1:100, was bedeutet, dass das Gerät von sehr niedrigen bis zu vollen Dosierleistungen ohne jegliche Hardwareänderungen arbeiten kann. Daher sind DVC-Dosierer die optimale Wahl, wo immer schonende Materialhandhabung in Kombination mit hoher Präzision gefordert ist.

DVC45 Gravimetrischer Vibrationsdosierer – InterProcess
DVC60 Gravimetrischer Vibrationsdosierer – InterProcess

Die Familie der gravimetrischen Vibrationsdosierer DVC umfasst zwei Modelle – DVC45 und DVC60 – für die präzise Dosierung von frei fließenden Schüttgütern, Granulaten, Flocken und Pellets. Ein konischer Trichter gewährleistet einen gleichmäßigen Materialaustrag, während der elektromagnetische Antrieb mit Amplitudenrückkopplung eine präzise Bestimmung der Resonanzfrequenz ermöglicht.

Technische Daten:

  • Genauigkeit (kontinuierlich): Dosierfehler unter ±0,5 % des Sollwerts
  • Genauigkeit (Batch): abhängig vom Wägezellenbereich und der Chargengröße; typisch ±0,1–0,5 % bei Chargen über 1 kg
  • Dosierleistung: von 0,1 bis 1.000 kg/h
  • Regelbereich: bis zu 1:100
  • Antrieb: elektromagnetisch 230 V AC, 50 Hz, mit Amplitudenrückkopplung
  • Trichter: konischer Trichter mit 15–90 l Fassungsvermögen
  • Keine beweglichen Teile: schonende Materialhandhabung ohne Produktbeschädigung
  • Werkstoffe: Edelstahl 1.4301 (AISI 304) oder 1.4404 (AISI 316L)
  • Wägezelle: DMS-Wägezelle Klasse C3, IP66
  • Optionen: Hygienische Ausführung mit werkzeuglosem Ausbau zur Reinigung

Einsatzbereich: abrasive Granulate und grobe Pulver, bruchempfindliche Produkte (Flocken, Fasern – einschließlich Glasfasern) und frei fließende Materialien, die eine schonende Handhabung erfordern.

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Wann einen Vibrationsdosierer statt eines Schneckendosierers wählen?

Ein Vibrationsdosierer ist die optimale Wahl, wenn das Material eine schonende Handhabung ohne Kontakt mit rotierenden mechanischen Teilen erfordert. Dies gilt insbesondere für bruchempfindliche Produkte, die in einem Schneckendosierer beschädigt werden könnten – beispielsweise Getreideflocken, Glasfasern oder unregelmäßig geformte Granulate. Ein zusätzlicher Vorteil ist der außergewöhnlich breite Regelbereich von bis zu 1:100, der den Betrieb sowohl bei sehr niedrigen als auch bei hohen Dosierleistungen ohne jegliche Konfigurationsänderungen ermöglicht.

Ein Schneckendosierer (DSL G) bietet hingegen einen breiteren Dosierleistungsbereich und ist besser für kohäsive und schwer fließende Materialien geeignet. Die Wahl zwischen beiden Technologien hängt daher in erster Linie von den physikalischen Eigenschaften des zu dosierenden Materials ab.

KriteriumVibration (DVC)Schnecke (DSL G)
DosierprinzipElektromagnetischer Antrieb – VibrationRotierende Schnecke / Spirale
Bewegliche TeileKeine – schonende MaterialhandhabungSchnecke + Rührwerk
Optimale MaterialienBruchempfindlich, abrasiv, Granulate, Flocken, FasernPulver (fein und grob), kohäsive Materialien
Dosierleistungsbereich0,1–1.000 kg/h0,5–30.000 kg/h
RegelbereichBis zu 1:1001:10
Genauigkeit (LIW)<±0,5 % des Sollwerts (kontinuierlich)<±0,5 % des Sollwerts (kontinuierlich)
ReinigungOptionaler werkzeugloser Ausbau; keine beweglichen TeileAusbau von Schnecke und Rührwerk erforderlich
AnwendungenLebensmittel, Chemie, PharmaLebensmittel, Chemie, Pharma, Baustoffe

Detailliertes Loss-in-Weight-Funktionsprinzip

Die gesamte Dosiereinheit – konischer Trichter mit Material und Vibrationsrinne – ist auf einer DMS-Wägezelle der Klasse C3 montiert. Die gewogene Einheit ist flexibel mit den Zuführeinrichtungen und dem Austragsrohr verbunden, wodurch der Einfluss externer Kräfte auf die Gewichtsmessung eliminiert wird.

Während der Dosierung misst das System den Gewichtsverlust und ermittelt daraus den tatsächlichen Massenstrom des Materials. Ein PID-Regler vergleicht den Messwert mit dem Sollwert und passt die Vibrationsamplitude des elektromagnetischen Antriebs entsprechend an. Dank der Amplitudenrückkopplung wird über den gesamten Dosierleistungsbereich eine lineare Dosierkennlinie aufrechterhalten.

Wenn der Materialfüllstand im Trichter unter das voreingestellte Minimum sinkt, wird eine automatische Nachfüllung ausgelöst – ohne den Dosierprozess zu unterbrechen. Während dieser kurzen Phase schaltet der Dosierer in den volumetrischen Modus um und arbeitet mit der zuletzt gespeicherten Amplitude. Nach Abschluss der Nachfüllung kehrt das System in den gravimetrischen (Loss-in-Weight) Modus zurück.

Anwendungen in Schlüsselindustrien

Vibrationsdosierung in der Lebensmittelindustrie

🍞 Lebensmittelindustrie

Schonende Dosierung von Getreideflocken, Nüssen, Trockenfrüchten, Lebensmittelgranulaten und Lebensmittelzusatzstoffen. Das Fehlen beweglicher Teile stellt sicher, dass die Struktur bruchempfindlicher Produkte erhalten bleibt. Die Edelstahlkonstruktion erfüllt HACCP-Anforderungen.

Vibrationsdosierung in der Pharmaindustrie

💊 Pharmaindustrie

Präzise Dosierung von pharmazeutischen Granulationen, Pellets und Produkten, die empfindlich gegenüber mechanischer Beanspruchung sind. Eine hygienische Ausführung mit werkzeuglosem Ausbau zur Reinigung und Validierung ist auf Anfrage verfügbar. Darüber hinaus ermöglicht die hygienische Ausführung den Betrieb in GMP-konformen Umgebungen.

Vibrationsdosierung in der chemischen Industrie

⚗️ Chemische Industrie

Dosierung von abrasiven Materialien, Glasfasern, chemischen Granulaten und Produkten mit unregelmäßiger Partikelform. Das Fehlen beweglicher Teile eliminiert den Verschleiß an Dosierkomponenten. Ausführungen für den Betrieb in ATEX-zertifizierten Bereichen sind ebenfalls verfügbar.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum einen Vibrationsdosierer statt eines Schneckendosierers wählen?

Ein Vibrationsdosierer besitzt keine rotierenden mechanischen Teile, wodurch das Material keiner Scherung oder keinem Abrieb durch eine Schnecke ausgesetzt wird. Dies ist ein entscheidender Vorteil bei der Dosierung von bruchempfindlichen Produkten (Flocken, Fasern, Pellets) und stark abrasiven Materialien (z. B. glasfaserverstärkte Granulate). Darüber hinaus ermöglicht der außergewöhnlich breite Regelbereich von bis zu 1:100 den Betrieb bei sehr niedrigen Dosierleistungen. Das Fehlen beweglicher Teile vereinfacht zudem die Reinigung und reduziert den Wartungsaufwand.

Welche Materialien können mit dem DVC dosiert werden?

DVC-Dosierer eignen sich am besten für frei fließende Materialien und Granulate – einschließlich bruchempfindlicher Produkte (Getreideflocken, Instantkaffee), abrasiver Materialien (glasfaserverstärkte Granulate, Sand) und empfindlicher Produkte (Pellets, Saaten). Es ist jedoch zu beachten, dass stark kohäsive Materialien und feine Pulver besser mit dem Schneckendosierer DSL G mit Rührwerk dosiert werden.

Kann der DVC sowohl kontinuierlich als auch im Batch-Betrieb arbeiten?

Ja – der DVC-Dosierer ist für beide Betriebsarten ausgelegt. Im kontinuierlichen Betrieb hält er einen konstanten Massenstrom mit PID-Regelung und einer Genauigkeit von besser als ±0,5 % des Sollwerts ein. Im Batch-Betrieb gibt er eine exakte, voreingestellte Materialmasse ab und stoppt automatisch, sobald das Zielgewicht erreicht ist – die Genauigkeit hängt dabei vom Wägezellenbereich und der Chargengröße ab (typisch ±0,1–0,5 % bei Chargen über 1 kg). Die Umschaltung zwischen den Modi erfolgt über die Steuerungssoftware.

Wie erfolgen Reinigung und Produktwechsel?

Der DVC-Dosierer kann mit einer Easy-Clean-Konstruktion gefertigt werden, die einen werkzeuglosen Ausbau aller produktberührten Teile ermöglicht. Dies ist eine optionale Funktion, die auf Anfrage verfügbar ist, nicht die Standardkonfiguration. Darüber hinaus bedeutet das Fehlen beweglicher Teile (Schnecke, Rührwerk) weniger zu reinigende Oberflächen im Vergleich zu Schneckendosierern. Dadurch ist der Produktwechsel schneller und das Risiko einer Kreuzkontamination wird reduziert.

Kann der DVC-Dosierer in eine größere Anlage integriert werden?

Ja – der DVC-Dosierer kann sowohl als Einzelgerät als auch als Teil einer größeren Anlage betrieben werden. Er eignet sich hervorragend für Mehrkomponenten-Mischlinien (zusammen mit DSL-G-Schneckendosierern), Verpackungssysteme und als Zuführgerät für Mischer oder pneumatische Fördersysteme. Das Gerät ist mit einem Trichterdeckel mit Befüll- und Entlüftungsstutzen ausgestattet, der eine automatische Materialnachfüllung ermöglicht.

Vibrationsdosierer benötigt?

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