Volumetrische Schneckendosierer

DSL V Volumetrische Schneckendosierer

Volumetrische Schneckendosierer sind die wirtschaftlichste Lösung für die kontrollierte Zuführung von Schüttgütern. Im Gegensatz zu gravimetrischen Systemen basiert die Durchflussregelung auf der Steuerung der Drehzahl des Dosierorgans – einer Schnecke mit Zentralwelle oder einer wellenlosen Spirale. Dank der einfachen Konstruktion ohne Wägesystem bieten diese Geräte geringere Investitionskosten und liefern nach Kalibrierung eine Dosierwiederholbarkeit von ±2–3 % des Sollwerts.

Die DSL-V-Familie eignet sich gleichermaßen als eigenständiges kontinuierliches Dosiersystem oder als Bestandteil einer Batchdosieranlage zur Chargenaufbereitung. Wichtig: Jeder volumetrische DSL-V-Dosierer kann künftig zu einem vollständigen gravimetrischen (Loss-in-Weight) System aufgerüstet werden – durch Ergänzung einer DMS-Wägeplattform und eines Reglers – ohne den Dosierer selbst auszutauschen.

DSL V Volumetrische Schneckendosierer – InterProcess

Die volumetrische Dosiererfamilie DSL V umfasst drei Baugrößen (DSL35 V, DSL75 V und DSL150 V), die die Dosierung von Schüttgütern mit unterschiedlichen Fließeigenschaften und Partikelgrößen ermöglichen. Die Konstruktion ist vollständig aus Edelstahl und verfügt über ein horizontales Rührwerk mit separatem Antrieb.

Technische Daten:

  • Genauigkeit: max. Fehler ±2–3 % des Sollwerts nach Kalibrierung
  • Dosierleistung: 0,5 bis 25 000 l/h
  • Dosierorgane: Vollschnecke oder wellenlose Spirale, ∅18–150 mm
  • Rührwerk: horizontal, mit separatem Antrieb
  • Werkstoffe: Edelstahl 1.4301 (AISI 304) oder 1.4404 (AISI 316L)
  • Oberflächenbearbeitung: elektropoliert, durchgehende Innennähte
  • Optionen: Hygienic Design, ATEX-Ausführung, Aufrüstung zum gravimetrischen System

Einsatzbereich: trockene Schüttgüter nahezu jeder Art – frei fließend, schlecht fließend, flutbar, zum unkontrollierten Durchschießen oder zur Verdichtung neigend.

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Auswahl des Dosierorgans

Die richtige Wahl des Dosierorgans hat direkten Einfluss auf die Dosierstabilität und Wiederholbarkeit. Je nach Schüttguteigenschaften setzen wir zwei Schneckentypen ein, die frei austauschbar sind, um den Dosierbereich zu erweitern.

Wellenlose Spirale (offene Wendel)
Wellenlose Spirale (offene Wendel)

Geeignet für Materialien, die:

  • schlecht fließend sind (z. B. Mehl, Soda, Granulate)
  • fein und klebrig sind, mit Neigung zu Aufbau auf der Zentralwelle (z. B. Kakao, Titandioxid)
  • grobe Partikel aufweisen, die Reibung zwischen Welle und Dosierrohr verursachen
  • erhöhte hygienische Anforderungen erfordern (z. B. Lebensmittelindustrie)
Vollschnecke mit Zentralwelle
Vollschnecke mit Zentralwelle

Geeignet für Materialien, die:

  • frei fließend, hochfließfähig sind (z. B. Salz, Zucker)
  • leicht flutbar, zum unkontrollierten Durchschießen neigend (z. B. Karbonate, Gips)
  • hoch abrasiv sind (z. B. Quarzsand)
  • bruchempfindlich, degradationsanfällig sind (z. B. Flocken, Instant-Kaffee)

Wann einen volumetrischen Dosierer wählen?

Ein volumetrischer Dosierer ist die optimale Lösung für Anwendungen, bei denen das Material eine relativ konstante Schüttdichte aufweist und die Genauigkeitsanforderungen nicht so streng sind wie bei Mehrkomponentenrezepturen. Er ist auch die häufigste Wahl als Materialzuführung in einen Wägetrichter, Mischer oder ein pneumatisches Fördersystem.

Wenn hingegen eine Genauigkeit unter ±0,5 % gefordert ist oder eine vollständige Massendurchsatz-Rückverfolgbarkeit oder Prozessvalidierung (GMP) erforderlich ist, empfehlen wir die gravimetrische Lösung DSL G. Es ist jedoch zu beachten, dass jeder DSL-V-Dosierer jederzeit auf eine gravimetrische Version aufgerüstet werden kann.

ParameterVolumetrisch (DSL V)Gravimetrisch (DSL G)
MessprinzipKonstantes Volumen pro ZeiteinheitKontinuierliches Loss-in-Weight (LIW)
Typische Genauigkeit±2–3 % des Sollwerts nach Kalibrierung<±0,5 % des Sollwerts
RegelkreisKeiner (Steuerung ohne Rückkopplung)PID-Regler (geschlossener Regelkreis)
Dichteschwankungs-kompensationErfordert manuelle NeukalibrierungAutomatisch, in Echtzeit
InvestitionskostenGeringer – einfachere KonstruktionHöher (Wägesystem + Regler)
AufrüstmöglichkeitAufrüstbar zum gravimetrischen SystemKomplettsystem von Anfang an
Optimale AnwendungHomogene Materialien, Behälterbeschickung, FörderungMehrkomponentenrezepturen, hochwertige Zutaten, Audits

Funktionsprinzip und typische Anwendungen

Bei einem volumetrischen Dosierer wird das Schüttgut aus dem Vorratsbehälter in die Dosierkammer ausgetragen, wo das Dosierorgan (Schnecke oder Spirale) es mit kontrollierter Drehzahl fördert. Die volumetrische Dosierleistung hängt direkt von Drehzahl, Geometrie und Durchmesser des Dosierorgans ab. Gleichzeitig sorgt das horizontale Rührwerk mit separatem Antrieb für eine gleichmäßige Schneckenfüllung, was besonders bei kohäsiven und schlecht fließenden Materialien wichtig ist.

DSL-V-Dosierer finden breite Anwendung in zahlreichen Prozesskonfigurationen, darunter als:

  • Materialzuführung in einen Wägetrichter oder Mischer
  • Bestandteil eines pneumatischen Fördersystems (Beschickung von Zellenradschleusen)
  • Dosierer auf einer Verpackungslinie
  • Rohstoffzuführung unter einer Big-Bag-Entleerstation
  • Eigenständiges Dosiergerät in einfacheren Kontianwendungen

Anwendungen in wichtigen Industriebranchen

Volumetrische Dosierung in der Lebensmittelindustrie

Lebensmittelindustrie

Dosierung von Mehl, Zucker, Salz, Gewürzen, Milchpulver und Lebensmittelzusatzstoffen. Die FDA-konforme Edelstahlkonstruktion eignet sich gleichermaßen für Standardanwendungen und für Umgebungen mit HACCP-Anforderungen.

Volumetrische Dosierung in der Pharmaindustrie

Pharma- und Kosmetikindustrie

Dosierung von Hilfsstoffen, Granulaten und Vormischungen in Mischer oder Tablettenpressen. Bei GMP-Anforderungen kann der Dosierer auf eine gravimetrische Version aufgerüstet werden. Ein Hygienic Design mit werkzeuglosem Zerlegen ist ebenfalls verfügbar.

Volumetrische Dosierung in der Chemieindustrie

Chemie- und Baustoffindustrie

Dosierung von Pigmenten, Füllstoffen, Zement, Gips, Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln. ATEX-Ausführungen für Staubexplosionsschutzzonen sind verfügbar, ebenso wie korrosions- und verschleißfeste Konstruktionen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen einem volumetrischen und einem gravimetrischen Dosierer?

Ein volumetrischer Dosierer fördert ein konstantes Materialvolumen pro Zeiteinheit durch Regelung der Schneckendrehzahl. Er hat keinen Regelkreis – er setzt eine konstante Schüttdichte voraus. Ein gravimetrischer (Loss-in-Weight) Dosierer hingegen misst den tatsächlichen Massenverlust und passt die Schneckendrehzahl in Echtzeit an. Das gravimetrische System ist daher genauer (<±0,5 % vs. ±2–3 %), während der volumetrische Dosierer einfacher und kostengünstiger ist.

Kann der DSL V auf eine gravimetrische Version aufgerüstet werden?

Ja – das ist einer der wesentlichen Vorteile der DSL-Familie. Der volumetrische DSL-V-Dosierer ist vollständig kompatibel mit dem Wägesystem und dem Regler der gravimetrischen DSL-G-Version. Die Aufrüstung umfasst das Hinzufügen von DMS-Wägezellen und einem PID-Regler, ohne den Dosierer selbst auszutauschen. So können Sie mit der günstigeren volumetrischen Lösung starten und bei wachsenden Anforderungen auf ein vollständiges Loss-in-Weight-System umsteigen.

Welche Genauigkeit hat ein volumetrischer Dosierer?

Der maximale Dosierfehler nach Kalibrierung beträgt ±2–3 % des Sollwerts. In der Praxis hängt die Genauigkeit von der Konstanz der Schüttdichte ab – je homogener das Produkt, desto besser die Wiederholbarkeit. Es ist jedoch zu beachten, dass ein volumetrischer Dosierer Dichteschwankungen nicht automatisch kompensiert, weshalb bei Materialien mit veränderlichen Eigenschaften eine periodische Neukalibrierung oder eine Aufrüstung zum gravimetrischen System empfohlen wird.

Was sind die häufigsten Einsatzgebiete eines volumetrischen Dosierers?

Die häufigsten Anwendungen umfassen die Materialzuführung in einen Wägetrichter oder Mischer, die Beschickung pneumatischer Fördersysteme, die Dosierung auf Verpackungslinien sowie die Rohstoffzuführung unter Big-Bag-Entleerstationen. Darüber hinaus eignet sich der DSL V als eigenständiges Dosiergerät in einfacheren Kontianwendungen, bei denen keine präzise Massendurchsatzregelung erforderlich ist.

Ist der Dosierer für explosionsgefährdete Bereiche geeignet?

Ja – wir bieten DSL-V-Dosierer in eigensicherer Ausführung gemäß der ATEX-Richtlinie an. Alle elektrischen Komponenten sind für den Einsatz in Staubexplosionsschutzzonen zertifiziert, und die Konstruktion gewährleistet die Durchgängigkeit des Potentialausgleichs zur ordnungsgemäßen Ableitung elektrostatischer Ladungen.

Volumetrischen Dosierer benötigt?

Kontaktieren Sie uns – unsere Ingenieure wählen die optimale Lösung für Ihren Prozess. Wir bieten auch Dosierversuche mit Ihrem Material an und unterstützen Sie bei der Bewertung, ob eine volumetrische Lösung ausreicht oder eine gravimetrische Version in Betracht gezogen werden sollte.

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