InterProcess Sp. z o.o. | Lösungen für die Industrie
Pneumatische Förderung von Schüttgütern
Geschlossene Förderung von Pulvern und Granulaten in Rohrleitungen, ohne Staub und ohne bewegte Teile auf der Strecke. Wir planen beide Systemarten – Vakuum (Unterdruck) und Druck (Überdruck) – und stimmen die Technologie auf Ihr Material, Ihre Trasse und Ihre Leistung ab, nicht auf einen Katalog.
Saugen oder drücken?
Das ist die erste Frage bei der Systemauswahl. Bei der Vakuumförderung erzeugt der Erzeuger ein Vakuum und das Material wird in den Abscheider gesaugt. Bei der Druckförderung drückt Druckluft das Material in die Rohrleitung und schiebt es zur Abnahmestelle. Beide Technologien planen und realisieren wir; sie unterscheiden sich in Reichweite, Leistung und Anlagenkonfiguration.

Vakuumförderung
Der Unterdruckabscheider saugt Material aus einer oder mehreren Aufgabestellen an: aus einem Trichter, einer Sauglanze, einer Big-Bag- oder Sackkippstation. Das System ist von Natur aus dicht, denn bei einer Undichtigkeit strömt Luft nach innen und das Produkt tritt nicht nach außen. Das ist der Standard überall dort, wo Hygiene und saubere Arbeitsplätze zählen.

Druckförderung
Druckluft drückt das Material über ein Drucksendegefäß oder eine Zellenradschleuse in die Rohrleitung und schiebt es zur Abnahmestelle. Das ist die Technologie großer Entfernungen und großer Ströme: Ein Gebläse kann eine Trasse von über 100 m bedienen und das Material auf mehrere Silos oder Prozessbehälter verteilen.
Flug- oder Dichtstromförderung?
Unabhängig davon, ob das Material angesaugt oder gedrückt wird, kann es auf zwei Arten durch die Rohrleitung strömen. Das Verfahren wählen wir passend zum Produkt: Standard ist die Flugförderung; spröde und abrasive Materialien sowie fertige Mischungen fördern wir im Dichtstrom.
Die Technologien nebeneinander
Beide Systeme fördern das Material in einer geschlossenen Rohrleitung, und beide legen wir für den konkreten Prozess aus. In der Praxis entscheiden Trasse, Leistung und die Anordnung der Aufgabe- und Abnahmestellen.
| Kriterium | Vakuumförderung Unterdruck | Druckförderung Überdruck |
|---|---|---|
| Funktionsprinzip | Material wird in den Unterdruckabscheider gesaugt | Material wird mit Druckluft in die Rohrleitung gedrückt |
| Typische Trassenlänge | bis ca. 50 m | über 100 m |
| Typische Anlagenkonfiguration | mehrere Aufgabestellen, eine Abnahmestelle | eine Aufgabestelle, mehrere Abnahmestellen |
| Verhalten bei Undichtigkeit | Luft strömt nach innen, das Produkt bleibt im System | erfordert dichte Verbindungen, Austritt nach außen möglich |
| Typischer Einsatz | Beschickung von Mischern, Dosierern und Verpackungsmaschinen | Silobefüllung, Transport zwischen Betriebsteilen, große Ströme |
Wie sieht Ihr Prozess aus?
Wählen Sie die Situation, die Ihrem Prozess am nächsten kommt – wir nennen Ihnen die Technologie, bei der wir die Auslegung üblicherweise beginnen.
Ein Vakuumstrang kann den Rohstoff aus mehreren Quellen aufnehmen: Big-Bag- und Sackkippstationen, Trichtern und Sauglanzen. Die Steuerung schaltet die Aufgabestellen rezepturgerecht um, und der Abscheider über dem Zielgerät trägt das Material durch Schwerkraft aus, ohne Staub.
Druckluft erlaubt Trassen über 100 m, auch senkrecht und zwischen Gebäuden. Umschaltweichen lenken den Strom zum gewählten Silo oder Behälter, sodass eine Aufgabestelle eine ganze Reihe von Abnahmestellen bedient.

Ein Unterdrucksystem ist von Natur aus sicher: Bei einer Undichtigkeit tritt das Produkt nicht nach außen. Abscheider aus Edelstahl, die sich über Spannringe ohne Werkzeug öffnen lassen, erfüllen die Anforderungen von HACCP und GMP, und ATEX-Ausführungen decken Staub- und Gaszonen ab. In explosionsgefährdeten Bereichen bewährt sich der Ejektor: ein Unterdruckerzeuger ohne elektrische Versorgung.
Ein orientierender Hinweis. Die endgültige Wahl von Technologie, Rohrdurchmesser und Erzeuger bestätigen wir nach der Analyse von Material und Trasse und bei Bedarf nach Versuchen mit Ihrem Rohstoff.
Was fördern wir pneumatisch?
Praktisch alle trockenen Schüttgüter: von leichten Flocken bis zu schweren Zuschlagstoffen. Die einzige Grenze bilden nasse oder stark klebende Materialien; in solchen Fällen empfehlen wir ein Gespräch und einen Materialtest.








Branchen, für die wir Förderanlagen planen
Die pneumatische Förderung stimmen wir auf Material und Betriebsweise ab: von hygienischen Ausführungen für Lebensmittel und Pharmazie bis zu Anlagen für schwere und abrasive Materialien. Nachstehend typische Anwendungen in den einzelnen Branchen.

Lebensmittel
Mehl, Zucker, Kakao, Stärke und Zusätze: hygienische Ausführungen nach HACCP, leicht zu reinigen.

Pharmazie
Wirkstoffe und Hilfsstoffe: GMP-Ausführungen, geschlossene Förderung und Reinigungsvalidierung.

Chemie
Pigmente, Salze und staubende Chemikalien: ATEX-Ausführungen für explosionsgefährdete Bereiche.

Kunststoffe
Granulate, Regranulate und Mahlgut: kontinuierliche Beschickung von Extrudern und Spritzgießmaschinen.

Kosmetik
Puder, Talkum und staubende Rohstoffe: saubere, geschlossene Förderung ohne Produktverluste.

Futtermittel
Getreide, Schrote und Vormischungen: Beschickung von Wägelinien und Futtermischanlagen.

Energiewirtschaft
Sorbentien, Biomasse und Aschen: hohe Leistungen und Dauerbetrieb unter rauen Bedingungen.

Bauwesen
Zement, Kalk, Gips und Zuschlagstoffe: Silobefüllung und Förderung über große Entfernungen.
Häufig gestellte Fragen
Worin unterscheiden sich pneumatische Vakuum- und Druckförderung?+
Bei der Vakuumförderung erzeugt der Unterdruckerzeuger ein Vakuum und das Material wird in den Abscheider gesaugt; bei einer Undichtigkeit strömt Luft nach innen. Bei der Druckförderung drückt Druckluft das Material in die Rohrleitung und schiebt es zur Abnahmestelle, was Trassen über 100 m und die Versorgung mehrerer Abnahmestellen aus einer Aufgabestelle erlaubt. Die Vakuumförderung wählt man in der Regel für die Beschickung von Geräten aus mehreren Aufgabestellen auf kürzeren Strecken, die Druckförderung für große Entfernungen und hohe Leistungen.
Wie wählt man die Art der pneumatischen Förderung für einen Prozess?+
Die Auslegung beginnt beim Material: Schüttdichte, Korngröße, Staubentwicklung, Sprödigkeit und Abrasivität. Hinzu kommen Länge und Verlauf der Trasse, die geforderte Leistung sowie die Zahl der Aufgabe- und Abnahmestellen. Auf dieser Grundlage wählen wir Technologie, Förderverfahren, Rohrdurchmesser und Erzeuger aus und bestätigen die Wahl durch Versuche mit dem realen Material.
Welche Materialien lassen sich pneumatisch fördern?+
Praktisch alle trockenen Schüttgüter: feine Pulver (Mehl, Kakao, Pigmente), kristalline Materialien (Zucker, Salze), Kunststoffgranulate, spröde Produkte (Flocken, Tabletten) sowie schwere und abrasive Stoffe (Zement, Kalk, Flugasche). Die Grenze bilden nasse oder stark klebende Materialien; in solchen Fällen empfehlen wir ein Gespräch mit unserem Ingenieur und einen Materialtest.
Über welche Entfernung und mit welcher Leistung lässt sich Material fördern?+
Vakuumsysteme arbeiten typischerweise auf Strecken bis etwa 50 m mit Leistungen bis 10000 kg/h. Drucksysteme erlauben Trassen über 100 m, auch senkrecht und zwischen Gebäuden, bei großen, kontinuierlichen Materialströmen. Rohrleitungen mit Durchmessern von 38–100 mm und mehr führen wir in jeder Richtung, durch Wände und Decken sowie um vorhandene Anlagenteile herum.
Kann eine pneumatische Förderanlage in einer ATEX-Zone arbeiten?+
Ja. Wir planen Anlagen für staub- und gasexplosionsgefährdete Bereiche: Erdungen, Antriebe und elektrische Komponenten wählen wir passend zur Zoneneinteilung, und in Vakuumsystemen setzen wir auch Ejektoren ein, also Unterdruckerzeuger ohne elektrische Versorgung. Den Umfang der ATEX-Ausführung legen wir anhand der Zoneneinteilung im Werk und der Materialeigenschaften fest.
Lässt sich die pneumatische Förderung in eine bestehende Anlage einbinden?+
Ja. Fördersysteme verbinden wir standardmäßig mit Big-Bag-Stationen, Dosierern, Waagen und Mischern, und die Steuerung kommuniziert über industrielle Protokolle mit den Systemen des Werks. Ein auf Wägezellen gelagerter Abscheider kann zusätzlich die Funktion einer Waage übernehmen und rezepturgesteuert chargenweise dosieren, ohne separate Behälterwaage.
Planen Sie eine pneumatische Förderung in Ihrem Werk?
Beschreiben Sie Material, Trasse und Leistung – unsere Ingenieure wählen die Technologie aus und erarbeiten ein Konzept mit Angebot. Wir führen außerdem Audits und Modernisierungen bestehender Förderanlagen durch.